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wirtschaftsfaktor frauen

Projektkoordination
Frauenbildungshaus Zülpich
Prälat-Franken-Str. 22
53909 Zülpich

www.frauenbildungshaus-zuelpich.de

 

Ansprechpartnerin:

Sigrid Titze
Tel.: 02252 - 44 54
E-mail sigrid-titze@online.de

ARCHIV: Projekt wirtschaftsfaktor frauen

 

Projektkooperation "Wirtschaftsfaktor Frauen"
im strukturschwachen Raum, vor allem Stadt und Kreis Euskirchen

im Rahmen der Landes-Initiative NRW  "Regionen Stärken Frauen 2006"

Gesamtidee des Projekts "Wirtschaftsfaktor Frauen"

Mit dem Vorhaben "Wirtschaftsfaktor Frauen" setzen die Projektträger umfassend auf die wirtschaftlichen Potenziale von Frauen und tragen gleichzeitig die Idee "Frauen stärken die Region" in die ländlich strukturierten Gebiete der Wirtschaftsregion Aachen. Besonders der Kreis Euskirchen fordert die Frage heraus: Wie kann Frauenförderung die wirtschaftliche Lage einer Region stärken? Strukturschwache Gebiete können es sich nicht leisten, die Potenziale von Frauen ungenutzt zu lassen, gerade sie werden zukunftsfähiger, wenn sie Frauen als Innovationsträgerinnen, Unternehmerinnen, weibliche Leitbilder und kaufkräftige Konsumentinnen in den Blick nehmen. Die Kompetenzfeldstrategie zur wirtschaftlichen Entwicklung bekommt einen zusätzlichen Erfolgsfaktor, wenn die Bedeutung von Frauen für die Kompetenzfelder gesteigert wird.

Um die Projektidee optimal umzusetzen, werden unterschiedliche Zielgruppen von Frauen profitieren, die sich in ihrer Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung gegenseitig verstärken. Dabei steht das Kriterium Beschäftigung bzw. Beschäftigungsfähigkeit im Mittelpunkt. Die vier Teilprojekte wenden sich an angestellte Frauen, an selbständige Frauen und an Berufsrückkehrerinnen sowie an zukünftige Tagesmütter. Welche Potenziale werden in diesen vier Zielgruppen (weiter)entwickelt?

Angestellte Frauen

Angestellte Frauen zeigen oft eine erhöhte Weiterbildungsbereitschaft und besondere Fähigkeiten im Bereich der soft skills, ihre stärkere Teamorientierung können sie nutzen, um zukunftsträchtige Führungskompetenzen zu entwickeln. Allerdings zeigt eine vergleichende Auswertung der Mikrozensen 2000 und 2004 durch das IAB, dass die Frauenanteile bei abhängig beschäftigten Führungskräften in der Privatwirtschaft in vier Jahren nur um 2% gestiegen sind – von 21 % im Jahr 2000 auf 23 % im Jahr 2004. Die Beteiligung von Frauen an Führungspositionen korreliert deutlich mit ihrem Lebensalter: Während die unter 30-jährigen Frauen fast genauso stark an Leitungstätigkeiten partizipieren wie Männer, sinkt ihr Anteil während der Familiengründungs- und Kinderbetreuungsphase bis zum Alter von 40 Jahren und verbleibt danach auf geringerem Niveau (1). Angestellte Frauen brauchen häufig ein offensiveres Karrierebewusstsein – verbunden mit konkreten Strategien zur beruflichen Weiterentwicklung.

Selbständige Frauen

Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene besteht großes, zum erheblichen Teil ungenutztes Potential von Frauen als Unternehmensgründerinnen. Der volkswirtschaftliche Beitrag unternehmerischer Tätigkeiten von Frauen und dessen Bedeutung ist bisher gering. Das Interesse von Frauen an der Unternehmensgründung und ihr Potential erfolgreich zu gründen, ist jedoch vorhanden und sollte durch entsprechende politische Maßnahmen unterstützt und gefördert werden (2).
Frauen gründen immer noch in kleinerem Umfang als Männer. Zu den von der Bundesregierung(3) definierten Zielen gehört deshalb, den Frauenanteil an Existenzgründungen mittelfristig erheblich zu steigern. Wenn ein hohes Beschäftigungsniveau gerade auch durch innovative Existenzgründungen gesichert werden soll, ist die Nutzung der Potenziale von Frauen unverzichtbar. Die Zielgruppe der selbständigen Frauen birgt vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten: zunächst die Sicherung der eigenen Existenz, darüber hinaus aber auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze durch Wachstum sowie weiteren wirtschaftlichen Erfolg durch Vernetzung und Synergien.

Berufsrückkehrerinnen

Jede nicht geglückte Berufsrückkehr beinhaltet wirtschaftliche Verluste: Ausbildungs- und Erfahrungswissen wird entwertet, Frauen in einem besonders leistungsfähigen Alter fehlen als Fachkräfte am Arbeitsmarkt. Die Förderung von Berufsrückkehrerinnen – auch mit neuen Strategien wie der Ermutigung zu Existenzgründungen - erhält berufliche Qualifizierungen und Erfahrungswissen und erschließt Fähigkeiten wie Familienmanagementkompetenzen für die Wirtschaftsregion. Hinsichtlich der öffentlichen Förderung, vor allem von Seiten der Arbeitsagenturen, ist festzustellen, dass z.B. die Berufsrückkehrerinnen als Zielgruppe immer mehr herausfallen.

Zukünftige Tagesmütter

Für knapp 3% der westdeutschen Kinder im Krippenalter (unter 3 Jahren) stehen Plätze in einer Tageseinrichtung zur Verfügung, während es in Ostdeutschland 36% sind. In Westdeutschland gibt es deutlich weniger Plätze als von den Müttern gewünscht werden.(4) Kinderbetreuung ist immer noch Frauensache: Die Erwerbstätigenquote der Frauen im Alter zwischen 20 und 49 Jahren mit Kindern unter 12 Jahren liegt bei 60%, bei den gleichaltrigen Frauen ohne Kinder beträgt sie ca. 80%. Bei den gleichaltrigen Männern mit Kindern liegt die Quote bei 90% (5). Nur etwa ein Zehntel aller Frauen (13%) in Führungspositionen lebte 2004 mit Kindern unter 10 Jahren zusammen, bei den Männern dagegen ein Viertel (26%). Außerdem haben Frauen in Führungspositionen seltener zwei oder mehr Kinder (9% im Vergleich zu 23% der Männer in Führungspositionen).(6) Durch den immensen Bedarf an Kinderbetreuung eröffnet sich hier arbeitssuchenden Frauen eine erfolgversprechende Möglichkeit der Existenzgründung.

Die vernetzte Arbeit mit diesen vier Zielgruppen bietet vielfältige Synergien und erlaubt so eine ganzheitliche Stärkung der Region.

Falls Ihr Interesse geweckt ist und Sie sich weiter informieren möchten, finden Sie hier die Ansprechpartnerinnen:

 

Projektträger:

ac.consult
Junglas - Schülke – Witzmann GbR
Katharina Junglas
Elke Witzmann
Wirtschaftsfaktor selbständige Frauen

 

AWO Kreisverband Euskirchen e.V.
Veronika Neumann
Petra Zehren
Wirtschaftsfaktor Kinderbetreuung

 

Bildungsinstitut der Rheinischen Wirtschaft GmbH, Euskirchen
Gabriele Stein-Priesnitz
Hilde Mußinghof
Wirtschaftsfaktor Berufsrückkehrerinnen

 

Frauenbildungshaus Zülpich e. V.
Dipl. Päd. Sigrid Titze
Wirtschaftsfaktor angestellte Frauen

 


Fußnoten:

  1. vgl. Zweite Bilanz Chancengleichheit – Frauen in Führungspositionen. BMFSFJ, 2006
  2. vgl.: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (2003): Unternehmerinnen in Deutschland. BMWA Dokumentation Nr. 522. S.201.
  3. Externer Link www.bmbf.de/foerderungen
  4. StBA 2004
  5. Eurostat, Europäische Arbeitskräfteerhebung 2003
  6. vgl. dito

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